Noch etwas weniger

Finale Erntezahlen Deutschland
Donnerstag, 12. April 2018 - 10:30
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Wein

2017 waren fast alle Winzer von Schäden getroffen, aber unterschiedlich stark (Foto: Ziegler/Pfalzwein)

Über alle deutschen Weinbaugebiete betrachtet lag die dritte Ernteschätzung des Statistischen Bundesamts aus dem Dezember nahe an den finalen Daten. Die im April vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen beruhen auf den finalen Erntemeldungen der Winzer, die bis zum 15. Januar zu erfolgen haben. Demnach wurden 2017 in Deutschland 7,51 Mill. Hektoliter geerntet. Im Dezember waren noch 7,57 Mill. Hektoliter erwartet worden. Die bedeutet einen Rückgang von 17,2 Prozent gegenüber 2016.

Auf Ebene der Anbaugebiete gibt es einige Unterschiede gegenüber der dritten Schätzung. Besonders Baden sticht heraus, wo das Minus gegenüber dem Vorjahr bei 22 Prozent liegt, nachdem im Dezember noch nur 9,6 Prozent geschätzt wurden. Franken muss am Ende doch eine Einbuße hinnehmen. 2 Prozent weniger als 2016 sind aber unter den größeren Anbaugebieten dennoch der beste Wert. 

Größere Veränderungen gab es in Rheinhessen und Pfalz, wo jeweils ca. 70.000 Hektoliter mehr geerntet wurden, als im Dezember geschätzt. Mit Minus 23 Prozent zählen die Rheinhessen dennoch zu den Verlierern, während die Pfälzer nur 5,5 Prozent weniger als 2016 geerntet haben. Mit 120.000 Hektolitern entfallen 71,6 Prozent der deutschen Land- und Grundweinmenge auf die Pfalz. Rheinhessen kommt auf 42.000 Hektoliter. Insgesamt ging die Land- und Grundweinmenge um 53,8 Prozent auf 167.000 Hektoliter zurück.

Weißwein ist stärker von der kleinen Ernte betroffen. Mit 4,64 Mill. Hektolitern wurde 19 Prozent weniger Weißwein geerntet. Bei Rotwein lag das Minus bei 14,3 Prozent. Bei den roten Leitsorten Dornfelder (–8,2%) und Spätburgunder (–10,2%) fiel das Minus sogar noch geringer aus, während die wichtigsten weißen Sorten Riesling (–21,3%) und Müller-Thurgau (–20,4%) stärker von den Rückgängen betroffen sind. Die Trendsorten Weißburgunder (–4,8%) und Grauburgunder (–11%) sind dagegen besser weggekommen. cg

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